Diplomarbeit Jörg Wichmann. Wortwahl und Wortbildung in der spanischen Werbesprache. Seite 8.  
 
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Das Lexikon der Werbung bezeichnet den Werbetext als Text, der der Informationsvermittlung, Stimulation und, vor allem, der Vorbereitung und Unterstützung des Verkaufes dient. Hier liegt auch die deutliche Abgrenzung zum Journalismus und zur Sohriftstellerei. Während der Werbetexter einerseits Infor­mationen vermitteln und andererseits Meinung beeinflussen soll, unterliegt der Schriftsteller solchen Zwängen nicht. Werbetexte sind zudem noch von extratextuellen Elementen wie Graphiken, Bildern und Illustrationen durchdrungen bzw. ste­hen mit diesen in einem Aussagezusammenhang. Laut Lexikon der Werbung müssen Bild und Text in einem ausgewogenen Ver­hältnis stehen, wobei der Text eher ohne Bild auskommen kön­ne als umgekehrt. Hierzu sind die Meinungen in der interna­tionalen Fachwelt aber sehr differenziert. Besonderes Aufse­hen erregte beispielsweise einmal ein Werbe- "Text" von Silk Cut, in dem nicht ein einziges Wort vorkam. In der Anzeige war lediglich ein fliederfarbenes Seidentuch zu sehen, das in der Mitte aufgeschnitten war. Die Werbeaussage ergab sich also ausschließlich aus dem Bild. Während diese Werbung von Fachzeitschriften in höchsten Tönen gelobt wurde, gab es zum Beispiel von Seiten des Lexikons der Werbung herbe Kritik, dort bezeichnete man die Anzeige als denkbar schlechtes Bei­spiel.

Die Werbesprache ist ein Bindeglied zwischen Fach- und Alltagssprache. In Werbetexten finden wir eigene Gruppen von Gebrauchs- und Wiederholungstextsorten. Es gibt verschiedene Argumentationen oder Stile, z.B. die eher rationalen, sach­lich/informativen oder die emotionalen, subjektiv/suggesti­ven. Sachliche Werbung findet man vor allem bei langlebigen Investitions- und Konsumgütern, suggestive Werbung bei kurz­lebigen Verbrauchsgütern und Dienstleistungen.